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Achtung Borkenkäfer

Im Frühwinter 2019 und 2020 ist es im Osttiroler Wald zu enormen Schneebruchschäden gekommen.

Trotz großer Anstrengungen war es nicht möglich, die über die gesamten Waldflächen verteilten Einzelschäden innerhalb von zwei Jahren aufzuräumen. Das Ergebnis ist bekannt und kann jederzeit „besichtigt“ werden: Der Borkenkäfer hat enorme Schäden hinterlassen. Ganze Taleinhänge sind entwaldet, die Schutzfunktion der Wälder ist nicht mehr gegeben, der wirtschaftliche Schaden für die Waldbesitzer ist enorm. Viel Qualitätsholz wurde durch den Käferbefall entwertet. Die Bringungskosten stiegen um ein Vielfaches.

Ursachen für die enormen Käferschäden sind einerseits der Klimawandel mit den wärmeren Temperaturen, welche die Vermehrung der Borkenkäfer auch in höheren Waldlagen sehr begünstigt, sowie die überalten Fichtenbestände, die auch gegen Wind- und Schneeschäden deutlich anfälliger sind. Zudem bleibt frisch geschlägertes Holz bzw. Schadholz im Frühjahr und Sommer viel zu lange im Wald.

Nun ist es auch im Bezirk Kitzbühel am 23. Dezember 2023 durch das Sturmtief „Zoltan“ vermehrt zu Einzelwürfen in den Wäldern gekommen. Bereits in den vergangenen Jahren mussten wir beobachten, dass die Anzahl von auftauchenden Borkenkäfernestern Jahr für Jahr deutlich zunimmt.

Die wichtigste Gegenmaßnahme gegen die Borkenkäfer stellt eine saubere Waldwirtschaft und die umgehende Aufarbeitung des Schadholzes sowie der rasche Abtransport aus dem Wald dar.

Die Waldaufseher sind bereits viel unterwegs um Schadholz zu lokalisieren und dies dem Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern mitzuteilen. Diese Erhebungen kann aber nicht nur der Waldaufseher durchführen, deshalb der Appell an Sie, soweit als möglich auch selber die eigenen Waldflächen zu begehen.

Als nächster Schritt ist es erforderlich, dass das Schadholz im Frühjahr so rasch wie möglich aufgearbeitet und aus dem Wald abtransportiert wird. Ist dies nicht möglich, muss in Einzelfällen das Schadholz bekämpfungstechnisch (z.B. entrinden) behandelt werden.

Die Aufräumarbeiten bieten auch die Gelegenheit, mehr Holz aus dem Wald zu entnehmen. Damit entsteht wieder Platz für Jungbestände. Diese sind deutlich widerstandsfähiger gegen Wind, Schneedruck und Borkenkäfer.

Falls die Arbeiten nicht selbst durchgeführt werden können, wird dringend angeraten, diese an forstliche Dienstleister zu übergeben. Es ergeht daher der dringende Appell an alle Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, die Schadbäume rechtzeitig zu fällen bzw. aufzuarbeiten und aus dem Wald abzutransportieren – ein Liegenlassen von Schadholz, dass es in weiterer Folge von Borkenkäfer befallen wird, kann aufgrund der kritischen Ausgangslage nicht toleriert werden.

Weiters wird gebeten den Bedarf an Forstpflanzen beim Waldaufseher zu melden, damit eine rasche und einheitliche Bestellung erfolgen kann.

Für notwendige Hilfestellungen, Fördermöglichkeiten, Fragen und Beratung wenden Sie sich an ihren zuständigen Waldaufseher

Gemeindewaldaufseher Anton Rieser, Tel.: 05352 6900 219, Fax: 05352 6900 1200, E-Mail: anton.rieser@st.johann.tirol

Windwurfschäden in Westendorf
Aktuelle Windwurfschäden in Westendorf Foto: Martin Erber
Borkenkäferschäden im Defereggental
Borkenkäferschäden im Defereggental, Osttirol Foto: BFI Kitzbühel